zurück

Die schwedische Edel-Automarke Volvo ist chinesisch (gilt aber auch sinngemäß für die gesamten USA).
Nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags mit Ford am 28.3.2010 will Geely die Produktion innerhalb weniger Jahre von 300.000 auf 600.000 Wagen verdoppeln.

V 70 T6 AWD   V90 T6 AWD
Preisliste V70   Bildergalerie V70  

    Volvo V70 T6 AWD: Feuer und Eis

So wünscht man sich ein Auto: geräumig, leise, sicher.

Auf ein Auto aber,  das 1,8 Tonnen wiegt,  dessen Motor knapp 300 PS leistet und das Benzin schluckt wie ein Kamel Wasser, würde man gern verzichten.
                                                        Was also tun mit dem Volvo V70 T6 AWD, auf den all dies zutrifft?


Gegensätze ziehen sich angeblich an. Einen Beleg dieser These in der Autowelt liefert Volvo mit dem V70 T6, dem Top-Modell der neuen Kombi-Baureihe. Es ist ein Wagen wie Feuer und Eis.  Die Baureihe V70 an sich ist so etwas wie der Urmeter unter den großen Familienfrachtern. Weil sich die schwedische Marke aber künftig in Richtung Premium und Luxus verändern möchte, gibt es den neuen Wagen jetzt erstmals auch mit sechs Brennkammern unter der Haube. Als Sauger und Turbo wird der Reihensechszylinder angeboten, SPIEGEL ONLINE war mit dem stärkeren der beiden Debütanten, dem drei Liter großen, 295 PS starken Turboaggregat unterwegs.
Die Maschine ist derart potent, dass die Kraft grundsätzlich über ein Sechsgang-Automatik/Geartronicgetriebe  und Allradantrieb auf die Straße gebracht wird. Die geschieht wie nebenbei, nämlich sehr leise und vollkommen ruckfrei. Daraus entsteht ein Fahrgefühl der Mühelosigkeit. Vor allem das schnelle, entspannte Gleiten auf der Autobahn beherrscht der Volvo exzellent, und es ist gar nicht schwer, sich den natürlichen Lebensraum dieses Autos vorzustellen: schnurgerade, das halbe Jahr über von Schnee bedeckte, einsame Straßen in Mittel- und Nordschweden, die Kondition vom Fahrzeug verlangen und Wachsamkeit vom Fahrer.


Die Idealvorstellung vom Reisewagen für eine vierköpfige Familie mit Gepäck, der souverän durchs Schneetreiben rauscht, leidet jedoch, sobald am linken Lenkstockhebel der Bordcomputer aktiviert wird. Dort steht dann als Durchschnittsverbrauch nach einer sehr ruhigen Fahrt über eine deutsche Autobahn, bei der die Tachonadel stets im Bereich der Richtgeschwindigkeit von 130 km/h pendelte: 12,3 Liter/100 Kilometer.
Mitten im Klimawandel, da über eine drastische Verringerung des Schadstoffausstoßes diskutiert wird, ist ein derart hoher Wert absolut unzeitgemäß – Souveränität hin oder her. Aber der Volvo V70 kann mehr als lange Etappen lässig meistern, und es gibt ihn ja auch mit sehr viel vernünftigeren Motoren, einem 2-Liter-Benziner mit 145 PS etwa oder einem 2-Liter-Diesel mit 136 Pferdestärken.
Während die Wahl des Antriebsaggregats eine Sache des Geschmacks, des Geldbeutels und des Gewissens ist, steht das Auto in der gehobenen Kombi-Klasse unter mancherlei objektivem Gesichtspunkt ziemlich gut da.

                                                         Andere sind größer,  der Volvo aber ist origineller

Da ist zum Beispiel das gute Platzangebot mit bequemen Sitzplätzen für die Passagiere und einem schlau eingerichteten Gepäckabteil, dessen Haken, Ösen und Klappen für Ordnung und Sicherheit im Heck sorgen. Cargofix heißt dieses System, das Volvo gesondert und für 199 Euro anbietet. Maximal 1600 Liter schluckt der Laderaum. Das ist okay, obwohl die deutschen Konkurrenzmodelle BMW 5er Touring (1615 Liter), Audi A6 Avant (1660 Liter) zum Teil deutlich mehr einladen können.
                                                                        Ordentliche Sicherheitsausstattung, viele Extras
Die Sicherheitsausstattung, ein wesentliches Element des Volvo-Marketings, ist bereits ab Werk reichhaltig. Sechs Airbags, Gurtstraffer auf allen Plätzen, ESP, ABS, Bremsassistent und Nebelscheinwerfer gehören zum Standardumfang. Allerdings müssen einige Sicherheitsdetails auch extra bezahlt werden. So etwa die Möglichkeit, den Beifahrerairbag abzuschalten (Aufpreis 50 Euro), das Warnsystem zur Überwachung des toten Winkels (920 Euro), der Assistent, der bei Übermüdung des Fahrers warnt (700 Euro) oder die integrierten zweistufigen Kindersitze im Fond (350 Euro).


Der Volvo V70, das fällt schon nach wenigen hundert Testkilometern auf, ist ein erfreulich dezenter und zugleich sehr kompetenter Begleiter. Das Design hat sich – zum Leidwesen von Hardcore-Fans der schwedischen Marke – längst wegentwickelt von der emotionslosen Kasten- und Kanten-Optik, hin zu einem schwungvoll-klaren Karosseriekörper. Der sieht noch immer eindeutig nach Volvo aus – aber eben auch ein bisschen nach Zeitgeist und Moderne. Der V70 ist auch optisch in seiner dritten Generation ein Kombi der Gegensätze.